Verarbeitungshinweise - Fassade streichen

Verarbeitungshinweise - Fassade streichen

Fassaden streichen - Verarbeitungshinweise


Was du beim Streichen von Fassadenflächen beachten solltest.


Wind und Wetter setzen den Fassaden unserer Häuser ganz schön zu. Sie verblassen, bröckeln und werden dreckig. Oft hilft nur ein regelmäßiger Neu-Anstrich. Doch keine Sorge, die eigene Hauswand zu streichen ist weniger kompliziert als man zunächst vielleicht annimmt. Und mit dem richtigen Vorgehen, bleibt deine Fassade lange schön.


Wie streicht man Fassadenflächen richtig und effektiv? Unsere Tipps und Tricks helfen dir das ideale Streichergebnis zu erreichen.


Bevor du startest wähle die richtige Farbe für dein Projekt.
Eine Übersicht findest du unter: https://farbe-direkt.de/blogs/ratgeber/welche-fassadenfarbe-ist-fur-welchen-untergrund-geeignet.


Vorbereitung ist alles. Nachdem du alles für dein DIY Projekt (Farbe, Malerwerkzeug und eventuell benötigte Grundierung) beisammen hast beginne mit der finalen Vorbereitung.


Wann kann ich meine Fassade überhaupt streichen?

  • Nachdem du die richtige Fassadenfarbe für deine Hauswand gefunden hast, brauchst du zum Streichen der Fassade generell eine trockene Umgebung – sowohl während des Streichens als auch 2-3 Tage danach, während der Trockenzeit. Die Temperaturen müssen über +5°C liegen (bei Silikatfassadenfarben über +8°C). Dies ist wichtig, da die Farbe während der Trocknung frostempfindlich ist und wichtige Eigenschaften verloren gehen können.
  • Die relative Luftfeuchtigkeit darf nicht höher als 85% sein. Die korrekte Trocknung der Farbe wäre ansonsten gefährdet und die Feuchtigkeit während des Trocknungsprozesses kann nicht richtig an die Umgebung abgeben werden. Die Folge, unschöne Flecken durch ein ungleichmäßiges Trocknen.
  • Auch zu warm sollte es nicht sein. Temperaturen über +30°C (bei Silikatfarben für die Fassade +25°C) haben einen negativen Einfluss auf das Streichergebnis. Ist es zu warm, trocknet die Farbbeschichtung zu schnell. Auch in diesem Fall kann das Ergebnis streifig oder fleckig werden.
  • TIPP: Für jedes Produkt existiert ein Technisches Merkblatt. Du solltest immer die Angaben im Technischen Merkblatt beachten. Bei uns findest du dieses immer direkt auf der Produktseite im Shop. Ansonsten kannst du es auch bei jedem Händler direkt anfragen.

Fassade streichen - Schritt für Schritt


Wie bereite ich die Fassade vor?
Die Untergründe müssen fest, trocken, frei von Verschmutzungen, Ausblühungen, Verfärbungen, Pilzbefall, Sinterschichten, Mehlkornschichten und trennenden Substanzen sein. Vorhandene Altbeschichtungen müssen auf Eignung, Haft- und Tragfähigkeit geprüft werden. Nicht haftende Schichten entfernen. Wir empfehlen, vor Beginn der Arbeiten Musterflächen anzulegen und somit die Haftung und das Oberflächenbild zu prüfen.


Auch Kreidende Bestandteile müssen vorher entfernt werden.
Am Besten eignet sich hierfür eine Hochdruckwasserwäsche. Bitte beachte dabei die Hinweise des entsprechenden Gerätes. Nach der Reinigung bitte überprüfen, ob die kreidenden Bestandteile entfernt wurden. ACHTUNG: Bei Wärmedämm-Verbundsystemen darf durch diese Reinigung kein Schaden entstehen.
Nach der Hochdruckwäsche muss die Fassadenfläche unbedingt vollständig abtrocknen, bevor weitergearbeitet werden kann.


TIPP: Wie kreidende Bestandteile erkennen?
Es gibt verschiedene Methoden um die Kreideeigenschaft eines Untergrundes zu erkennen:
•    Kreidende Flächen erkennst du durch eine Wischprobe. Wische hierfür mit der Hand oder einem andersfarbigen Tuch kräftig über die vorhandene Fläche, ist auf der Hand oder dem Tuch ein Abrieb von der Untergrundfläche erkennbar, so ist die Fläche kreidend.
•    Befeuchte eine kleine Fläche am Untergrund mit sauberem Wasser, lass das Wasser etwas einwirken. Gebe nach ca. 60 Sekunden nochmal sauberes Wasser auf die gleiche Stelle und reibe mit einem Finger in kleinen Kreisen auf der nasse Fläche. Wird hierbei ein Abrieb vom Untergrund erreicht so ist der Untergrund kreidend.


TIPP: Wie erkenne ich sandende Schichten?
Sandende Schichten erkennst du am besten beim Überwischen der Fläche mit einer Handfläche. Rieseln dabei Körner aus dem Untergrundputz zum Boden, so sind diese vor den Anstricharbeiten durch Abfegen bzw. durch eine Hochruckwasserwäsche zu entfernen. Bitte beachte dabei die Hinweise des entsprechenden Gerätes.


Wie ist das Vorgehen bei mineralischen Mörteln/Putzen/Armierungsschichten?
Bevor du weiter arbeitest müssen die mineralischen Schichten ausgehärtet und abgebunden sein.
TIPP: Bei Temperaturen oberhalb +15°C ist pro Millimeter der vorhandenen mineralischen Schicht 1 Tag Erhärtungszeit einzuplanen.

  • Beispiel: Der Untergrund besteht aus einer 5 mm mineralischen Armierungsschicht und einem 3 mm mineralischen Oberputz. In diesem Fall sollten mindestens 8 Tage Erhärtungszeit eingeplant werden.

Bei Temperaturen zwischen +5°C und +15°C sind pro Milimeter der vorhandenen mineralischen Schicht 2 Tage Erhärtungszeit einplanen.

  • Beispiel: Der Untergrund besteht aus einer 5 mm mineralischen Armierungsschicht und einem 3 mm mineralischen Oberputz, dann mindestens 16 Tage Erhärtungszeit einplanen.

Bevor du Pinsel und Farbrolle schwingst, solltest du die Hauswand auf jeden Fall gründlich reinigen. Die Fassade muss staubfrei, trocken und sauber sein. Entferne auch Moos- und Algenbewuchs gründlich. Zur Reinigung eignen sich am besten ein Besen (zum groben Abkehren) und ein Hochdruckreiniger. So bekommst du die Fassade gründlich sauber.


Wichtig: Das Schmutzwasser mit den Farbresten und Abrieb muss aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden. Es darf nicht einfach in die Regenwasserkanalisation laufen oder im Boden versickern. Am einfachsten bildest du eine Art Wanne aus einer robusten Abdeckplane, um das Abwasser aufzufangen. Zur fachgerechten Entsorgung bei dir in der Region wendest du dich am besten an die zuständige Umweltbehörde.


Wie kann ich kleine Beschädigungen an der Hauswand ausbessern?
Als nächstes solltest du die gesamte Hauswand gründlich auf Beschädigungen prüfen. Alles, was locker ist, muss entfernt werden. Risse und Löcher in der Fassade solltest du mit Spachtelmasse ausbessern und wenn nötig neu verputzen. Hierfür bitte die Verarbeitungshinweis und Trocknungszeiten der Hersteller beachten.
Im Anschluss empfehlen wir alle sensiblen Bereiche wie Fenster, Türen, Regenrinnen, Leuchten oder Ähnliches sauber abkleben. Alles, was nicht gestrichen werden soll, solltest du mit Abklebeband oder einer Folie schützen. Den Boden um die Hauswand herum legst du am besten mit Malervlies aus.
TIPP: Nimm dir für die vorbereitenden Arbeiten ausreichend Zeit.


Ist eine Grundierung notwendig?
Eine Grundierung ist zwar nicht immer, aber häufig, sinnvoll oder sogar nötig. Ob deine Hauswand eine Grundierung braucht, kannst du ganz einfach mit einem nassen Schwamm testen. Wenn die Feuchtigkeit in die Fassade einzieht, ist der Untergrund zu saugfähig. Würdest du so eine Fassade ohne Grundierung streichen, würdest du deutlich mehr Farbe benötigen und hättest am Ende ein ungleiches Bild mit Streifen oder Flecken.
Die klassische Grundierung wird mit einem Flächenpinsel im Kreuzmuster aufgetragen. Bei uns bekommst du aber auch eine spezielle Tiefengrundierung in Gel-Konsistenz. Diese tropft nicht und lässt sich ganz einfach auf die Fassade aufrollen. Beim Grundieren solltest du – wie auch beim Streichen – darauf achten, nicht bei direkter Sonneneinstrahlung zu arbeiten.


Wenn du mehr über die Verarbeitung von Grundeirungen erfahren möchtest, schau gerne einmal bei unserem Ratgeber nach: Verarbeitungshinweise Grundierung


Wie streiche ich eine Wand?
Hast du alle Vorbereitungen getroffen? – Dann beginne mit dem Streichen


Materialien vorbereiten:
1.    Farbeimer öffnen und mit einem Rührstab oder Ähnlichem ordentlich homogen verrühren
2.    Abstreifgitter in den Farbeimer stellen


Streichen:
3.    mit einem Pinsel Winkel und Ecken der Hauswand vorstreichen. Auch Ornamente oder besondere Details sollten vorab einmal mit dem Pinsel bestrichen werden.
TIPP: lass die frische Farbe nicht trocknen, da es sonst zu unschönen Ansätzen kommen könnte, arbeite nass in nass
4.    Dann folgt der Voranstrich. Dafür verdünnst du einen Teil der Fassadenfarbe mit 5-10% Wasser. Wie viel Wasser du zu geben solltest, kannst du im Technischen Merkblatt nachlesen. Durch das Verdünnen kannst du den Verbrauch der Farbe reduzieren und schaffst so im Voranstrich mehr Fläche. Achtung: Silikat- bzw. Mineralfarben werden mit einem speziellen Verdünnungsmittel verdünnt (z.B. Silikat Grundierung).
5.    Nun die Malerrolle in den Farbeimer tauchen und diese durch Auf- und Abrollen entlang des Abstreifgitters die Farbe ein die Rolle abtropfsicher einarbeiten
TIPP: Für große Flächen verwendest du am besten eine Farbrolle mit einer Teleskopstange. So gelangst du auch an höher gelegene Flächen ohne jedes Mal auf eine Leiter steigen zu müssen.
6.    Die vollständig mit der Farbe benetzte Farbrolle auf die Mitte der zu streichenden Wand platzieren. Ähnlich wie beim Grundieren sollte auch beim Streichen der Hauswand das Kreuzmuster zum Einsatz kommen – erst von oben nach unten und dann nochmal horizontal. Die Fassadenfarbe gleichmäßig auftragen und verteilen.
Ein bisschen beeilen solltest du dich dabei allerdings. Wenn die Farbe zwischendurch schon antrocknet, ist ein sogenanntes „Nass- in-Nass“-Streichen nicht mehr möglich und es kommt zu unschönen Flecken und Streichen. Behalte deshalb die Zeit ein wenig im Auge.
7.    Sobald der Voranstrich gut getrocknet ist, kannst du mit dem zweiten Anstrich fortfahren. Dabei verwendest du nun die unverdünnte Farbe und wendest ebenfalls wieder das Kreuzmuster an. So erzielst du die höchste Deckkraft und ein streifenfreies Ergebnis für deine Hauswand.
8.    Ist die Farbe an der Fassade leicht angetrocknet, kannst du das Abklebeband und die Folie vorsichtig entfernen.


Was genau heißt nass in nass zu arbeiten?
Auf einer zusammenhängenden Fläche immer nass in nass arbeiten. Das bedeutet, dass die zu beschichtende Fläche zur Seite bzw. nach unten fortlaufend ohne Pause bearbeitet werden muss. Das bereits aufgetragene Material darf noch nicht getrocknet sein, wenn du mit dem neuen Material den Anschluss herstellen. Daher ist es auf großen Flächen ratsam mit mehreren Personen verteilt auf die verschiedenen Gerüstlagen den Materialauftrag auszuführen.


Zu welcher Jahreszeit bzw. bei welchen Temperaturen kann ich die Fassade am besten streichen?
Nicht bei Temperaturen unter +5°C anwenden bzw. trocknen lassen. Hohe Umgebungstemperaturen verkürzen die Verarbeitungszeit.
TIPP: In der kühlen Jahreszeit die Wetterbedingungen auch während der nachfolgenden Tage beachten. In der Sommerzeit empfehlen wir während der kühleren Morgen- bzw. Vormittagsstunden die Arbeiten durchzuführen.
Die zu beschichteten Flächen während der Ausführungs- und Trocknungszeit vor Feuchtigkeit schützen, bzw. die Beschichtungsarbeiten während einer regenfreien Wetterperiode ausführen. Auch nach dem Farbauftrag sollte es ca. 2-3 Tage nicht regnen. TIPP: Fragen Sie ihren Gerüstbauer nach einen Gerüstplane. Dies bedeutet zwar zusätzliche Kosten, kann aber einen plötzlichen Regenschauer von ihrer frisch gestrichenen Fläche abhalten.


Wann kann ich die Farbe überstreichen?
Bei + 23° C und 50 % rel. Luftfeuchtigkeit nach ca. 6 - 8 Stunden oberflächentrocken und überstreichbar. Bitte das jeweilige Technische Merkblatt zum Produkt beachten.


Wie entsorge ich die restliche Farbe?
Nur restentleerte Gebinde zum Recycling geben. Flüssige Materialreste bei einer autorisierten Sammelstelle für Altfarben/Altlacke abgeben. Eingetrocknete Materialreste können als ausgehärtete Farben oder als Hausmüll entsorgt werden. AVV-Abfallschlüssel-Nr. 08 01 12.
Hochdruckwasserwäsche: Reinigung des Untergrundes mittels Hochruckreiniger und Wasser. Bitte beachten Sie die örtlichen Vorschriften. Das Reinigungswasser darf nicht in die Umwelt (Böden) gelangen.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.

1 von 4